Neun Thesen (zum Verhältnis von Zeit und Wert)

1.)      Die Zweitnatur steht der Ersten in Bezug auf Gestaltvielfalt kaum nach.
2.)      Wie bei dieser der Stoffwechsel ist bei jener der Wertwechsel das allgemeinste Charakteristikum.
3.)      Das Kriterium aller Werte ist ihre Historizität, also das Ausmaß ihrer Zeitbedingtheit oder ihrer Zeitlosigkeit.
4.)      Die Kohäsionskraft gefühlter Werte liegt um Größenordnungen oberhalb von Normen und axiologischen Nomina.
5.)      Eine Lektüre der Äquivalenzen muß durch Vernunftinstanzen ermöglicht werden.
6.)      Der Kampf zwischen ethischer und instrumenteller Vernunft kann weder ausbleiben, noch kann er sistiert werden.
7.)      Das "Unbedingt zu Beachtende" existiert nur in der Deformation seiner selbst.
8.)      Darum ist "Religion"  —  in welcher Gestalt auch immer  —  nichtendbare Selbstvergewisserung.
9.)      Weder Wille zur Macht noch Wille zur Ohnmacht entgehen der Sinnlosigkeit, das gelingt allenfalls dem Vertrauen ins Experiment.