Naturphilosophisch tritt die Mannigfaltigkeit der Formen und Gestalten gewissermaßen durch Symmetriebrechung aus einem homogenen Hintergrund hervor. Die Vorstellung, daß die Formen und Gestalten als stehende oder oszillierende Wellenmuster erscheinen, erinnert deutlich an die Naturphilosophie der Stoa. Auch hier ist die Rede von Wirkungen, die sich wie Wasserwellen ausbreiten. Die Vielfalt der Formen in der Natur sind nur vorübergehende Muster, die durch unterschiedliche Spannungen und Vibrationen des kontinuierlichen Pneumas entstehen. Auch die taoistische Naturphilosophie geht von einem harmonischen Naturmodell aus rhythmischen Wellen und Feldern aus. Allerdings besteht in der modernen chemico-physikalischen Theorie der offenen Systeme kein unüberwindlicher Gegensatz zwischen den kontinuierlichen Musterbildungen des Makrokosmos und der "atomistischen" Erklärung, wenn man die moderne Atom- und Molekularphysik in der Demokritschen Tradition sehen will. Die makroskopischen Muster werden nämlich durch die Physik und Chemie der molekularen "Unterwelt" erklärt. Sie sind makroskopische Zeichen einer spontanen mikroskopischen Selbstorganisation.