Man vergleiche zum Beispiel die Geschichte der Astronomie mit der Geschichte der Sterne. Daß die Astronomie ein Produkt der Gesellschaft ist, bedarf keines besonderen Beweises. Daß aber die Sterne Produkte der Astronomie sind, daran muß erinnert werden. Für die Griechen waren die Sterne Götter oder ewige Feuertiere. Für die Renaissance und für das Barock waren sie Steine. Für das achtzehnte und neunzehnte Jahrhundert waren sie Haufen von Molekülen, die aneinander mit geheimnisvollen Gummibändern zogen. Für uns sind sie Kerben und Täler im gekrümmten Gravitationsfeld. Die Frage, was sie "wirklich" sind, ist naiv, denn was sie an "Wirklichkeit" haben, hängt von der Gesellschaft ab. Die Gesellschaft ist der Urschlamm des Seins, der Humus des Daseins. Man hat sie mit den verschiedensten Worten bezeichnet: mit "Ding an sich" und "id" und "atman" und anderen magischen Worten. In diesem Urschlamm herrscht eine dialektische schöpferische Spannung. Vom Standpunkt des Teufels heißt die These dieser Spannung "Neid", die Antithese heißt "Geiz", und die Synthese heißt "Manifestation der Gesellschaft" oder "Geschichte".