Die Werte des Menschseins

Im Banne unfreiwilligen Teilhabens ist der Andere durchlässig für das Fluidum des zaubernden Willens, er leitet elektrisch den Strom, der ihn trifft. Die Person ist gleichsam schalenlos und füllt sich wie ein Schwamm mit den wechselnden Strömen der Umwelt. In uns Heutigen scheint dieser Bann, unfreiwillig teilzuhaben, weithin gebrochen durch eine lange Kultur des Rationalen und Individualen. Aber die Gewalt aller Massenbewegungen, die Aura der Führeridee, beweist im großen sein ewiges Leben, wie auch alles unwillkürliche Wissen um das Unbewußte des Anderen in Sympathie und Feindschaft davon zeugt.

Wo diese Sphäre noch unangetastet steht, ist auch das Fluidum der Allmacht im Asketen nicht Größenwahn und Irresein, nicht leere Inflation des Ich; wenn Innen und Außen noch unfreiwillig aneinander teilhaben, allgemein wunderbar verschmolzen sind, ist der Yogin wirklich die Macht über andere, die er über sich selbst errungen hat. Durch sein bloßes Dastehen bewährt er sich als wirkende Kraft und beherrscht seine Umwelt, wie ein schreckender Fetisch, ein Gnadenbild und ein schützendes Amulett wirksam magische Kräfte strahlt. [...] Das unfreiwillige Teilhaben ist ein zweideutiger Zustand: sein Trost ist, in keiner Not einsam zu sein; seine ewige Qual, alle Schwingungen der Umwelt teilen zu müssen.